Ich möchte mal von unserer Erfahrung mit ein paar ausgewählten Ausrüstungsteilen schreiben.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es sich bewährt hat, möglichst wenige, aber dafür hochwertige Teile mitzunehmen. Also vorher bei jedem Teil gut überlegen, ob man es wirklich braucht.
Im Zweifelsfall haben wir uns für robustere, aber schwerere Ausrüstung entschieden, da wir das Zeug ja nicht selbst tragen müssen.Zuerst (leider notwendig) sei gesagt, das alles folgende „nur“ meine ganz persönliche Meinung darstellt und ich von niemandem dafür bezahlt werde.
Für Anregungen und Tipps bin ich jederzeit offen. Wenn jemand etwas genauer wissen will, bin ich auch gerne bereit nähere Auskunft zu geben.
Beginnen wir mit dem Wichtigsten: Man kann jetzt streiten ob die Matratze Ausrüstung oder Einrichtungsgegenstand ist, das Teil vom großen schwedischen Möbelhaus hat sich aber auf jeden Fall ausgezeichnet bewährt. Sehr bequem und um Welten besser als alle Isomatten und Luftmatratzen zusammen.
Nun zum Zweitwichtigsten: Zum Kochen haben wir einen Primus Gaskocher “Camping Mimer”. Das Teil ist zwar weder klein zusammenlegbar noch besonders leicht, aber dafür schön stark, robust und sehr preiswert. Es ist für Gaskartuschen mit Schraubverschluss ausgelegt. Da diese in Südeuropa nicht besonders verbreitet sind, haben wir einen Adapter von Stechdornkartusche auf Schraubventil dazugekauft. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Schraubkartuschen meistens doch erhältlich sind. Da sie jedoch wesentlich mehr kosten (bis zu 4x!), war der Adapter aber trotzdem eine sehr lohnenswerte Anschaffung.
Leider ist der Turm aus Kartusche, Adapter, Kocher und Topf recht hoch, sodass eine gute Fixierung unbedingt empfehlenswert ist. Ein Windschutz ist auch wichtig, wir haben dazu stabile Aluminiumplatten genommen.
Der Edelstahl Multi Topf mit integriertem Nudelsieb ist extrem praktisch. Ein etwas dickerer Boden und vor allem eine Isolierung der Griffe, vor allem beim Deckel, würden ihn noch perfektionieren. Zumindest eine Möglichkeit, den Griff am Deckel aufrecht zu fixieren, wäre wirklich wünschenswert. Ein „Innentopf“ aus passgenau zugeschnittenem Karton sorgt für mehr Ordnung, weil man die im Topf verstauten Sachen damit ohne Chaos herausnehmen kann.
Da der Autoschlüssel vor allem bei längeren Schnorchelausflügen nicht am Strand gelassen werden soll, haben wir einen „waterproof“ Beutel von Ortlieb mitgenommen. Leider meinen die mit „wasserfest“ wahrscheinlich nur, dass das sich der Beutel bei Wasserkontakt nicht selbst auflöst. Der Schlüssel muss daher auf jeden Fall zusätzlich in einen dichten Beutel, hervorragend bewährt hat sich ein kleiner Antistatik Zip-Beutel für Elektronikteile.
Für die Trinkwasserversorgung haben wir drei 10l Industriekanister von Lauche&Maas verwendet. Sehr preiswert und stabil. Sie sind sogar so robust, dass man den unbedingt nötigen Entlüftungshahn nur schwer montieren kann. Ohne Entlüftung ist ein sauberes Umfüllen aber nur mit einem großen Trichter möglich, da die Kanister eine sehr kleine Öffnung haben.
Das Wasser haben wir mit Certisil Combina entkeimt und konserviert. Leider ist die Dosierung (1ml auf 10l Wasser) nicht ganz problemlos.
30l Wasser reichen bei sparsamem Umgang für ein paar Tage.
Die mitgenommene 20l Solardusche erwies sich als eher unpraktisch, da wir sie nicht immer hoch genug (ca. 3m) aufhängen konnten.
Wesentlich besser, billiger und leichter zu verstauen sind 1,5l PET-Wasserflaschen. Einige Stunden in die Sonne gelegt und das Wasser ist eher zu heiß als zu kalt. Eine Flasche reicht locker aus, um sich abends das Salz vom Körper zu spülen. Mit 2 Flaschen ist sogar eine komfortable Haarwäsche möglich. Die Flasche ist zudem auch handlich genug zum Zähneputzen und für die kleine Wäsche zwischendurch.
Die Robustheit der PET-Flaschen ist zwar erstaunlich, wir würden uns aber trotzdem eine robustere Alternative, vielleicht sogar mit einer rechteckigen Form für bessere Raumausnutzung, wünschen. Vor allem der Verschluss scheint nicht auf oftmalige Benutzung ausgelegt zu sein.
Zum Sitzen mussten wir aus Platzgründen Dreibeinhocker mitnehmen. Sie erwiesen sich jedoch als erstaunlich bequem und selbst 100kg Lebendgewicht konnte sie nicht bleibend verformen. Nur die Plastikabdeckungen der Rohre hat der Boden ziemlich schnell zerstört.
Sehr schön war auch die einfache Petroleumlampe. Sie gibt ein viel angenehmeres, romantischeres Licht als die hocheffiziente LED-Leuchte. Hochwertiges Petroleum stinkt auch nicht stark und mit einem Stück dünnen Aluminium kann man sich einen guten Reflektor basteln.
Für aktuelle Nachrichten haben wir einen Weltempfänger mitgenommen. Unbedingt nötig ist dafür aber eine vollständige und aktuelle Frequenzliste.
Besonders bewährt haben sich ein paar Kleinigkeiten. Stabile und vor allem wasserfeste Müllsäcke schützen das Fahrzeug vor nassen Schnorchelbrillen und Petroleumresten an der Lampe.
Ohrenstöpsel helfen leider prinzipedingt nicht besonders gegen tieffrequente Geräusche (Schiffsdiesel!), aber dafür gegen viele andere lästige Lärmquellen.
Seile in verschiedenen Dicken werden immer benötigt, nicht nur um das Vorzelt abzuspannen.
Lauche&Maas hat recht preiswerte Schnallgurte mit Gussmetallschließe. Damit haben wir nicht nur die Einrichtung im Fahrzeug gesichert, sondern auch die Ladung.
Als Vorzelt diente eine billige grüne Abdeckplane (3x4m – die Hälfte würde aber auch genügen) mit 2 Teleskop – Aufstellstangen. Die Aufstellstangen sind zwar recht stabil, wenn man sie nur zu ca. 2/3 ausfährt, von den Klemmverschlüssen kann ich das jedoch nicht behaupten.
Die Zeltnägel haben wir uns aus 6mm Kanteisen selbst gebogen. Billig und stabil, sie rosten dafür aber prinzipbedingt an der Oberfläche an. Dafür sind sie schön lang (60cm), sodass man auch in sandigem Boden eine feste Verankerung hat.
Beim Fahrzeug hat sich das OBD2 Diagnosegerät bewährt. Wir hatten zwar glücklicherweise keine Panne, sollte jedoch etwas passieren könnte man damit die Fehlerursachen eingrenzen. Als Zusatznutzen zeigt das Gerät aber die exakte gefahrene Geschwindigkeit und die prozentuale Last an.
Unsere Werkzeugausrüstung bestand aus dem enorm praktischen großen Swisstool, einer Wasserpumpenzange und einem 600g Hammer mit Spitz.
Dazu noch ein Klappspaten, falls das Auto einsandet oder man anderen unvorsichtigen Autofahrern helfen muss. Dazu noch das übliche Improvisationsmaterial mit Draht, Nieten und breitem Gewebeklebeband. Und für Elektronikprobleme ein kleines Digitalmultimeter.
Zum Befestigen direkt am Auto haben sich Magnete sehr bewährt.
Die meiste Ausrüstung haben wir beim Münchner Ausrüster Lauche&Maas gekauft. Der Laden hat das gewisse Flair eines südländischen Geschäftes. Bis zur Decke ist er vollgestopft mit aller nur denkbaren Reiseausrüstung. Die Preise sind angemessen und es wird persönlich und ehrlich beraten, was man ja immer seltener sieht.
Einen kleineren Teil haben wir bei einem großen Campingversandhandel bestellt. Leider ist die „Campingqualität“ aber wirklich nur für einen Aufenthalt auf einem windgeschützen Campingplatz tauglich.
Ich hoffe, das der Bericht hilfreich war und wünsche allen einen erholsamen Urlaub.